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Bislang mussten Ärzte und Patienten der Entwicklung der Keratektasie zum Keratokonus tatenlos zusehen. Kontaktlinsen waren und sind die einzige Hilfe die Sehschärfe zunächst etwas zu verbessern. Später aber mussten sich die Patienten einer Hornhauttransplantation unterziehen.

Es liegt die Vermutung nahe, dass beim Keratokonus eine Störung zwischen den Kollagenmolekülen vorliegt, d.h., dass der Grad der Vernetzungen hier verringert ist. Tierexperimentelle Studien konnten zeigen, dass eine mechanische Stabilisierung der Hornhaut beim Keratokonus das Fortschreiten dieser Erkrankung verzögern kann.Vernetzungsmethoden wurden bereits Ende der 90er Jahre getestet und im Langzeitversuch auf Beständigkeit und biologische Verträglichkeit getestet.Das in diesen Experimenten genutzte Verfahren, die Anregung von Kollagenquervernetzungen durch Behandlung der Hornhäute mit Riboflavin und UVA-Licht-Bestrahlung bietet heute eine neue Möglichkeit, das Fortschreiten eines Keratokonus bereits im Frühstadium zu stoppen.Das Ziel bei Kollagenvernetzung mit Riboflavin UVA besteht in der künstlichen Erhöhung des Grades der Vernetzungen in der Hornhaut, um so wieder ausreichende mechanische Stabilität herzustellen.Die photooxidative Vernetzungsmethode mittels Riboflavin und UVA-Licht zur Stabilisierung der Hornhaut ist in kurzer Therapiezeit einfach und sicher handbar und lässt die Transparenz der Hornhaut unverändert. Sie wird ambulant unter Tropfanästhesie durchgeführt. Vor der eigentlichen Bestrahlung mit UVA-Licht wird die Hornhautdeckschicht abgetragen, da sonst keine Wirkung erzielt würde. Im Intervall von 5 Minuten werden immer 2-3 Tropfen Riboflavin appliziert, das die UV-Strahlung absorbiert und als Photosensibilisator zur Erzeugung von reaktiven Sauerstoffspezies dient. Nach der Behandlung wird eine weiche Kontaktlinse als schützender Verband auf die Hornhaut aufgesetzt und bis zur vollständigen Heilung der Hornhautdeckschicht belassen.Das Verfahren wurde bereits bei mehreren Hundert Patienten eingesetzt. Durch die Therapie wurde im bisherigen Beobachtungszeitraum ein weiteres Fortschreiten des Keratokonus verhindert und es konnte sogar in der Mehrzahl der Fälle eine Befundbesserung im Sinne einer Reduzierung der irregulären Hornhautverkrümmung erreicht werden. Ein endgültiges Ergebnis kann nach ca. 3 Monaten erwartet werden.

Aufgrund der überzeugenden Ergebnisse wurde die gleiche Behandlung auch bereits bei einer sich entwickelnden Keratektasie nach LASIK-Operation erfolgreich eingesetzt.

Das Ziel des Crosslinking ist die Vorwölbung der Hornhaut zu stabilisieren, das heißt die Erkrankung kann nicht rückgängig gemacht werden. Im besten Fall wird die Vorwölbung der Hornhaut gewissermaßen “eingefroren”.Bei dieser Behandlungsmethode handelt es sich um ein noch nicht zugelassenes Verfahren. Die erste Studie hat jedoch gezeigt, dass dieses Verfahren ein entscheidender Schritt zur Behandlung vom Keratokonus-Patienten sein wird und die Erfolgsaussichten als gut einzustufen sind.